Daniels Blog

4. Februar 2014
von Daniel
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Zurück in Deutschland

So seit einigen Wochen bin ich jetzt wieder in Deutschland. Die letzten Wochen in China waren  ziemlich vollgepackt mit dem Schreiben der Abschlussarbeit, dem Vorbereiten der Publikation und letzten Messungen. Trotz allem, haben Lei und ich es geschafft, zum Abschluss des China-Aufenthalts noch eine kleine Rundreise zu unternehmen. Wir waren in Chengdu und haben Pandas beim Bambus essen zugeschaut. Wir waren in Xi’an und haben uralte Terrakotta-Krieger bewundert. Zwischendrin haben wir noch einen kurzen Aufenthalt in Jiuzhaigou eingeschoben. Der Name sagte mir vorher gar nichts. Nach dem Ende der Rundreise, muss ich sagen, dass Jiuzhaigou die Schönste der drei Stationen war. Im Gegensatz zu Pandas und Terrakotta-Armee ist Jiuzhaigou nicht so die typische Touristenattraktion, die man als Ausländer auf dem Schirm hat. Bei einem längeren Trip nach China sollte man sich überlegen, ob man nicht auch einen Abstecher dorthin macht, dies ist nämlich sicherlich einer der schönsten Plätze auf der Erde.

Die englische Wikipedia bietet eine ganz gute Beschreibung und auch ein paar visuelle Einblicke: Jiuzhaigou

In Natura ist das Ganze natürlich nochmal viel faszinierender. Diesen Anblick werde ich für immer in meinem Herzen tragen, noch nie hat mich die Schönheit eines Ortes so beeindruckt.

Bald poste ich bestimmt noch ein paar Bilder von Jiuzhaigou.

In Zukunft werde ich dieses Blog hauptsächlich als Photoblog nutzen. Berichte aus China wird es also hier wahrscheinlich nur noch geben, wenn ich mal zum Urlaub dort bin.

14. Oktober 2013
von Daniel
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Land unter

So wieder einmal sind knapp 2 Monate rum und es gibt endlich mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Die letzten Wochen waren ziemlich stressig und ich bin kaum aus dem Labor raus gekommen. So langsam neigt sich die Synthesearbeit dem Ende zu und jetzt geht es darum, was die synthetisierten Moleküle zu leisten vermögen. Die nächste Zeit werde ich also hauptsächlich mit Charakterisierungen und Zusammenschreiben verbringen.

Letzte Woche gab es eine recht heftige Überschwemmung in Hangzhou, aufgrund der starken Regenfälle in den Tagen zuvor.

So sah es vor unserer Haustür aus:

Hier ein paar Eindrücke von der Hauptverkehrstraße zwischen UNI und meiner Wohnung, wie man sieht war das Wasser kniehoch:

Das Fernsehen war auch da, die Moderatorin demonstriert die Wassertiefe:

Hauptstraße mit abgesoffenen Autos (als eine der wenigen Straßen, wurde diese Straße dann komplett gesperrt, bevor sich weitere Fahrer todesmutig in die Fluten stürzen konnten):

Der Chinese ist hart im Nehmen, so schnell lässt man sich hier nicht erschüttern:

Da auch der Busbetrieb teilweise eingestellt wurde und es unmöglich war ein Taxi zu kriegen, hab ich es wie die meisten Chinesen gemacht und bin in kurzen Hosen und Badeschlappen zur UNI gelaufen. Hat bei den Bedingungen fast ne 1h gedauert, war aber ganz lustig. Unangenehmer war es den Weg nachts zurück zulaufen, da das Wasser dann doch recht kalt war und man nicht sehen konnte, was unter der Wasseroberfläche verborgen war.

Nach 2 Tagen war der Spuk dann auch vorbei.

 

 

 

3. August 2013
von Daniel
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Unwetter

Nachdem wir in den letzten 2 Wochen unter konstant 40 °C ächzten, ist es seit 2 Tagen deutlich abgekühlt (auf 35 °C  😆 ). Donnerstag Abend gab es nämlich ein sehr heftiges Gewitter. So was hab ich noch nicht erlebt und so nass geworden bin auch noch nie von einem Gewitter. Innerhalb von Minuten standen die Straßen 20 cm unter Wasser. Ok, das könnte jetzt auch auf die mangelhafte chinesische Kanalisation zurückzuführen sein… Hier mal ein Bild, das ich von unserer Wohnung aus aufgenommen habe, nachdem ich wieder im Trockenen war:

 

10. Juli 2013
von Daniel
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Breaking Bad

Unter den momentan laufenden US-Serien, sticht „Breaking Bad“ ganz besonders hervor. Immer tiefer zieht einen die Story in ihren Bann und man schaut fassungslos zu wie sich der harmlose Chemielehrer Walter White zum skrupellosen Gangsterboss verwandelt. Nebenbei zeichnet die Serie ein beeindruckend düsteres Sittengemälde der amerikanischen Mittelschicht.

Für Chemiker hat die  US-Serie „Breaking Bad“ einen ähnlichen Stellenwert wie die Serie „Big Bang Theory“ für Physiker. In einem Monat hat das einjährige Warten endlich ein Ende und die letzen 8 Folgen der Serie laufen an. Vor einigen Tagen bin ich auf reddit über einen Artikel gestolpert, der sich mit der Frage auseinandersetzt, wie sich die Story von „Breaking Bad“ wohl im Reich der Mitte abspielen würde: Viel Spaß beim Lesen

10. Juli 2013
von Daniel
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Smog – Langzeitfolgen

Mittlerweile hat sich die Smog-Situation deutlich gebessert, wir liegen jeden Tag bei einem AQI von ca. 70 und haben einen einigermaßen blauen Himmel. Vor 2 Tagen ist eine Studie erschienen, die sich mit den gesundheitlichen Langzeitfolgen der Smogbelastung beschäftigt. Hier ein zusammenfassender Artikel vom Guardian. Die Originalstudie gibt es hier. Unter meinen Kollegen war die Studie das Tagesgespräch.

Vereinfacht gesagt, kommt die Studie zum Schluss das die unterschiedliche Smogbelastung zwischen Nord- und Südchina zu einer 5.5 Jahre kürzeren Lebenserwartung im Norden führt. Die unterschiedliche Luftbelastung erklärt sich dadurch, dass man im Norden im Winter mit Kohle heizt, während man im Süden einfach gar nicht heizt und sich in ungeheizten Wohnungen den Arsch abfriert. Die Sterberaten beziehen sich dabei auf den Zeitraum von 1991 bis 2000. Da die Luftverschmutzung seit der Jahrtausendwende in China noch deutlich zugenommen hat, dürfte sich die momentane Belastung noch wesentlicher stärker auf die Lebenserwartung auswirken…

 

 

8. Juli 2013
von Daniel
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36 Grad – Und es wird noch heißer…

…so könnte man das Wetter hier beschreiben. Seit ca. 10 Tagen ist es hier konstant 36–38 °C *ächz*, dazu kommt noch die hohe Luftfeuchtigkeit, die auch ganz schön schlaucht.

Hier mal der Wetterbericht von letzter Woche:

 

Und so sieht es in den kommenden Tagen aus:

 

Entgegen meiner sonstigen modischen Gewohnheiten hab ich mir jetzt mal ein paar kurze Hosen zugelegt  😎 Ich bin trotzdem meistens bereits schon morgens vom Laufen zum Chemie-Gebäude mit Rucksack auf dem Rücken durchgeschwitzt. Glücklicherweise ist das Labor mit Klimaanlage ausgestattet, aber sobald man auf den Flur tritt, trifft einen die Hitzewelle. Laut Aussagen der Einheimischen wird dieses Wetter wohl noch den ganzen Juli über anhalten. Zum Schwimmen gehen sicher toll… aber um im Labor mit Laborkittel zu arbeiten, nicht gerade das optimale Wetter…

25. Juni 2013
von Daniel
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Smog

Wie sehr man etwas zu schätzen weiß, merkt man erst wenn, wenn es nicht mehr da ist. Neben den hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit macht einem der Smog hier momentan ganz schön zu schaffen. Im Moment kommt es mir hier in Hangzhou sogar fast schlimmer vor, als Anfang des Jahres, wo die deutschen Zeitungen voll mit Horrormeldungen über den Smog in Beijing waren.

Anfang letzter Woche, sah der Himmel zum ersten Mal seit Wochen wieder blau aus:

 

Der Air Quality Index (AQI) für Hangzhou (den man sich hier stündlich aktualisiert anschauen kann) zeigte ein sensationell niedrigen Wert von 37! So schön blau, ich dachte ich träume.

 

Ein paar Tage später folgendes Photo von Leis Appartment aus aufgenommen:

 

Der AQI lag zu diesem Zeitpunkt bei ca. 250…

Bei diesen Werten freut man sich richtig auf Regen, neben der fälligen Abkühlung, wäscht der Regen nämlich auch einiges an Dreck aus der Luft.

Wer wissen will, wie das Wetter bei mir ist, das aktuelle Hangzhou-Wetter gibt es hier:

http://www.bbc.co.uk/weather/1808926

 

 

 

25. Juni 2013
von Daniel
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Drachenbootfest

Nach knapp 4 Monaten gibt es an dieser Stelle mal wieder ein Lebenszeichen von mir. So langsam muss ich mir eingestehen, dass mir leider die Zeit fehlt um das Blog  richtig zu pflegen. Hier passiert einfach soviel und die Zeit rast nur so dahin. Daher wird es an dieser Stelle vermehrt Bilder anstatt Texte geben, vielleicht kriege ich es dann hin häufiger Updates zu verfassen. Im Nachhinein wäre ein tumblr-Blog wohl besser gewesen und vor allem nicht so wartungsintensiv :roll:

Vor einigen Tagen war das Drachenbootfest. Dies haben wir zum Anlass genommen einen Ausflug zum XiXi Wetland Park zu machen. Glücklicherweise war es zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz so heiß wie jetzt, so dass das Wetter genau richtig war. Wir sind einige Stunden durch den Park gewandert und haben uns die Drachenboot-Parade angeschaut.

Ein paar Eindrücke gibt es hier:

Weitere Bilder vom Park gibt es auf meinem Flickr Account:

http://www.flickr.com/photos/danieldehe/sets/72157634303451100/

Über das neu eingerichtete Sidebar-Widget gelangt man übrigens auch zu meinem Flickr Photostream.

Für chinesische Verhältnisse war der Park, abseits der von den Drachenbooten befahrenen Strecke, menschenleer. Im Vergleich zu den sonstigen Naturparks, die ich bisher bestaunen durfte, war er sogar ziemlich wild und naturbelassen. Nicht so durchgestylt wie hier sonst die ganzen Parks sind. Wirklich sehr schön, als Ausflugsziel in Hangzhou nur zu empfehlen.

 

 

14. Februar 2013
von Daniel
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Neujahr in Hangzhou

So, nach dem ellenlangen Computerproblemebeitrag jetzt zu etwas interessanterem:

Also, wie war das chinesische Neujahrsfest in Hangzhou?

Erstmal ein bisschen was allgemeines: das Neujahrsfest hat in China ungefähr den Stellenwert, wie bei uns Weihnachten. Es ist hauptsächlich ein Famillienfest, bei dem man die Feiertage im Kreis der engsten Verwandten verbringt. Im Vorfeld setzt eine völkerwanderungsähnliche Bewegung ein, bei der alle aus der Stadt in ihre Heimatdörfer zurückkehren. In Hangzhou ist das extrem. Die Stadt kommt mir seit einigen Tagen wie ausgestorben vor.  Alle Geschäfte, insbesondere auch alle Restaurants haben geschlossen. Das einzige was im näheren Umkreis noch auf hat ist ein Supermarkt und der KFC. Hier mal eine normalerweise sehr belebte Strassenkreuzung. Jetzt hat sich gerade mal ein einzelner Radfahrer hier her verirrt.

 

Die Stadt ist seit Tagen mit roten Lampions geschmückt, die bei Nacht eine tolle Stimmung zaubern.

 

Am 9. bin ich also zu Leis Appartment, das ca. 20 km von der Stadtmitte entfernt ist, gefahren. Dort angekommen haben wir erstmal zu Mittag gegessen und dann einen Spaziergang am Quiantang River unternommen. Gegen 17:00 wurde dann kräftig aufgetischt:

 

Der Radiator und dass Lei mit Jacke am Tisch sitzt erklärt sich aufgrund der Zimmertemperatur von 5 °C :mrgreen:

Anschließend schaut man sich traditionell die große Silvestergala im staatlichen Fernsehen an. Aufgrund meiner beschränkten Chinesischkenntnisse war das natürlich für mich nicht sooo interessant und ich habe stattdessen versucht ein bisschen vom Feuerwerk einzufangen. Das Feuerwerk beschränkt sich nicht so wie in Deutschland hauptsächlich auf den Jahreswechsel, sondern findet auch zu großen Teilen mehrere Tage davor und danach zu nahezu beliebiger Uhrzeit statt. Insbesondere ist es Brauch vor dem Frühstück ein paar Böller zu zünden 😉

 

Das wenige Feuerwerk das wir hatten, haben wir natürlich pünktlich zum Jahreswechsel gezündet.

 

 

 

 

 

Auch mit Leuchtfackeln kann man lustige Dinge anstellen. Hier mal ein Versuch an „Painting with Light“:

 

Danach isst man traditionell Dumplings (Jiaozi). Die wurden von Leis Mutter vorbereitet und dann nur noch kurz ins kochende Wasser geworfen. Sehr lecker 😛

 

 

Anschließend haben wir noch ein paar Runden Karten gespielt und sind dann ins Bett gegangen.

 

 

12. Februar 2013
von Daniel
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Update über die letzten zwei Monate

So endlich  gibt es mal wieder ein Update 😀 . Die letzten zwei Monate waren recht turbulent, so dass einiges liegen geblieben ist. Nach dem letzten Posting war ich erst mal zwei Wochen ziemlich krank und lag mit Fieber im Bett. Die Tatsache, dass die Wohnungen hier nicht mit einer Heizung ausgestattet sind, es im Labor zu der Zeit ca. 10 °C hatte und außerdem zog wie Hechtsuppe (da man im Labor nur ein Abluftsystem installiert hat, aber kein Zuluftsystem, wodurch die Luft eben durch sämtliche Tür- und Fensterritzen strömt), trug sicher einiges dazu bei. Als ich dann einigermaßen wieder auf dem Dampfer war, war auch schon Weihnachten. Zur Feier des Tages hatte ich mir einen Tag frei genommen und wir haben versucht bei Gebäck und Kerzen etwas weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen.

 

Erstaunlicherweise gibt es in Hangzhou sehr viele kleine Bäckereien, bei denen man Kuchen und Gebäck kaufen kann. Der Geschmack weicht zwar teilweise etwas vom Erwarteten ab, aber mit ein bisschen rumprobieren findet man doch etwas, was entfernt an Weihnachtsgebäck erinnert. Hier mal eine kleine Auswahl von unserem Lieblingsbackshop:

 

An Silvester waren wir dann bei Leis Eltern und wurden dort lecker bekocht. Am nächsten Morgen ist Lei dann mit einer dicken Backe und Zahnschmerzen aufgewacht und wir haben den Neujahrstag in der Notaufnahme des Krankenhauses verbracht. War ein recht ungünstiger Termin, da der 1. Januar auch in China ein Feiertag ist und daher entsprechend wenig Ärzte anwesend waren. Es stellte sich raus, dass Leis Weisheitszähne raus müssen. Der Termin für die Extraktion aller vier Weisheitszähne war dann knapp eine Woche später. Lei hat das ganze ziemlich gut weggesteckt und war schon einen Tag später fast wieder komplett fit. Wenn ich da meine eigenen Erfahrungen denke…ich bin damals fast ne Woche mit dicker Backe rumgelaufen und konnte meinen Mund in den ersten Tagen ca. 1 cm öffnen 😥

Wenige Tage später ist mein R61 Thinkpad Notebook dann dem berüchtigten Nvidia-Bug zum Opfer gefallen. Schön blöd, wenn man 4 Tage später eigentlich eine Präsentation halten sollte. Es blieb leider nichts anderes übrig als den Termin notgedrungen zu verschieben. Mit der Auswahl des Reperaturservices bewiesen wir dann nicht so ein glückliches Händchen. Zuerst versicherte man noch, dass das alles kein Problem wäre und man den Chip einfach reflowen könnte. Nach einer Woche stellte sich dann raus, dass man es doch nicht hinbekommt und das Mainboard tauschen muss, außerdem sollte man den Lüfter am besten auch noch gleich tauschen, da er schon etwas Schlagseite hätte. Ok, Hauptsache ich habe schnell wieder mein Notebook in den Händen. Ohne funktionierenden PC, bin ich hier nämlich sowohl beruflich als auch privat ziemlich aufgeschmissen. An Leis PC ist leider alles auf Chinesisch und der PC ist so vollgemüllt, dass er alle halbe Stunde abstürzt. Nach knapp einer Woche habe ich den Computer dann abgeholt. Da man kein R61 Mainboard mehr auf Lager hatte, wurde mir ungefragt ein T61p Board eingebaut.

 

Bis ich das rausgefunden hatte und für das System die passenden Treiber rausgefunden hatte, gingen wieder zwei Tage ins Land. Leider zeigte sich, dass der Prozessor bei geringer Belastung sofort recht heiß wurde und ziemlich bald die Notabschaltung einsetzte. Also das Gerät zurückgebracht und den Sachverhalt geschildert. Das Ganze lief meist so ab, dass Lei über Telefon zwischen mir und dem Computertechniker dolmetschen durfte  😉 Sicherlich nicht die beste Ausgangsbasis um vernünftig über technische Probleme zu diskutieren… Nachdem der Kühler und Lüfter mehrmals ein- und ausgebaut worden war, aber das Problem weiterhin bestand wurde eine neue Heatpipe mit Lüfter geordert. Als die dann verbaut war, zeigte sich, dass das Problem trotzdem nicht behoben war. Auch wenn eigentlich klar war, dass das Problem irgendwie mit dem Kühlsystem zu tun hatte, ließ sich der Techniker nicht davon abbringen einen neuen Versuch mit einem anderen Mainboard zu unternehmen. Also wieder ein paar Tage warten bis das Mainboard eintraf. Das neue Mainboard brachte natürlich KEINE Verbesserung. Alles wie gehabt. Letztendlich stellte sich dann in einer mehrstündigen Diskussion und Fehleranalyse zwischen mir, Lei und dem Techniker heraus, dass ein defekter Lüfter eingebaut worden war. Dieser Lüfter eierte, wenn man ihn mit der Hand anstupste bereits so, dass das beim Einbau sofort hätte auffallen müssen. Der Grund warum der Fehler beim Austauschen der Heatpipe und des Lüfters nicht bereits aufgefallen war, lag daran, dass der Techniker zuvor unfachmännisch ein Wärmeleitpad zwischen den Prozessor und die Heatpipe gekleistert hatte, so dass auch mit dem neuen Kühlsystem Probleme auftraten.

Als die ganze Misere endlich augedröselt war, wollte ich nur noch einen einigermaßen funktionsfähigen Rechner mit nach Hause nehmen. Also das Angebot auf einen neuen Lüfter zu warten freundlich abgelehnt, den alten Lüfter verbauen lassen und den Rechner mit nach Hause genommen. Leider tut es es dem Notebook nicht unbedingt gut, wenn man es zehnmal (teilweise recht stümperhaft) auseinander nimmt und wieder zusammen baut. Die Handballenauflage hat durch die ganze Aktion eine ziemliche Delle, außerdem ist eine kleine Plastiknase am rechten hinteren Gehäuseeck abgebrochen 👿 . Das noch auszudiskutieren hätte das Leiden aber abermals verlängert, also den Ärger runtergeschluckt und es dabei belassen.

Respekt an alle, die diese langatmige Darstellung bis hierher durchgelesen haben. Schlussendlich hat die ganze Aktion fast 3 Wochen gedauert und einiges an Zeit und Nerven gekostet. Mittlerweile funktioniert das Notebook wieder einigermaßen. Nach zwei Wochen habe ich mir als Alternative, falls es mit der Reparatur gar nichts mehr werden würde, ein Thinkpad T510 geordert. Leider gab es auch hier massenweise Probleme. Das erste hatte einen Pixelfehler, das Austauschgerät lief aus einem komischen Grund nicht stabil mit Windows 8 und momentan warten wir auf nächste Ersatzgerät. Alles nicht so einfach im Reich der Mitte. Hoffen wir mal, das es im nächsten Jahr besser wird. Womit wir auch schon bei der Überleitung zum nächsten Beitrag wären: Wie war das chinesische Neujahrsfest?

Lei im Hotel

8. Dezember 2012
von Daniel
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Die letzten und die ersten Tage

In den ersten Posts werde ich erstmal alles nachtragen, was so in den letzten 2 Monaten passiert ist. Es wird also ein paar Einträge brauchen, bis ich bei der Jetzt-Zeit angekommen bin. Here we go:

Am 5. Oktober war dann endlich mein Z-Visum im Briefkasten. Schnell ein Blick auf die verfügbaren Flüge geworfen, leider zeigte sich, dass ein so kurzfristiger Flug nach China, wie erwartet, recht teuer werden würde (bevor ich das Visum sicher in den Händen halte, bereits den Flug zu buchen wäre mir aber auch zu riskant gewesen). Die regulären Linienflüge von Air China bewegten sich alle so um 1100 Euro, sofern überhaupt noch verfügbar. Selbst bei Aeroflot war man mit gut 900 Euro dabei. Auf der Suche nach einem noch einigermaßen günstigen Flug, habe ich dann die Suchmasken der einschlägigen Flugsuchmaschinen so eingestellt, dass auch noch eine Reisedauer von > 24 h und mehr als ein Zwischenstopp erlaubt war. Tatsächlich gab es noch genau einen Flug, der sehr günstig war. SriLankan Airlines hatte eine unschlagbar günstige Verbindung, allerdings mit einer Dauer von knapp 30 h und 2 Zwischenstopps. Eine halbe Stunde mit mir gerungen und dann doch zugeschlagen.

 

Am selben Abend war dann noch ein kurzfristig anberaumtes Abschiedsessen in Heidelberg und die nächsten Tage waren mit letzten Vorbereitungen vollgepackt. Am Mittwoch dann früh aufgestanden, das Auto abgemeldet und mit dem Zug nach Frankfurt gedüst.

 

Mittwochmittag ging es dann der erste Flug los.  Danach (Dauer: 10 h ) war meine Verfassung noch ganz in Ordnung. Der Aufenthalt in Colombo hat mich dann aber ganz schön geschlaucht. Wenn man um 5:00 morgens ankommt und bereits mittags weiterfliegt bieten sich nicht so viele Möglichkeiten an, wie man die Zeit totschlagen kann.

 

Da der Flughafen auch recht klein, aber trotzdem recht belebt ist, war es nahezu unmöglich etwas Ruhe zu finden. Mittags startete dann der Flug nach Shanghai, mit einer Zwischenlandung in Bangkok. Im letzten Abschnitt des Fluges hatte ich dann eine wild auf ihrem Ipad daddelnde vierzigjährige Chinesin neben mir, so dass auch nach 35 h nicht an Schlaf zu denken war. Nach der Landung in Shanghai dann schnell die Einreiseprozedur hinter mich gebracht, Gepäck geholt und dann konnte ich Lei endlich in die Arme schließen. Um 3:00 Ortszeit waren wir dann auch im Hotel und ich hab erstmal  12 h durchgeschlafen :-D.

 

Nachmittags ging es dann mit dem Bus nach Hangzhou. Am Abend trafen wir dann in Leis Apartment ein und wurden von ihren Eltern bekocht. Den Samstag verbrachten wir dann mit zahlreichen Besorgungen, da Lei die komplette nächste Woche auf einer Tagung sein würde und ich wenigstens vorher eine SIM-Karte und eine Busfahrdauerkarte haben wollte. Abends hatten wir dann die Idee uns das große Feuerwerk am Westsee anzuschauen und haben uns daher kurzfristig ein Hotel in See-Nähe genommen. Leider war unsere Zeitplanung etwas optimistisch und die Zufahrtsstraßen komplett dicht, so dass wir trotz Dauerlauf auf den letzten 2 km zum Ort des Geschehens nur die letzten 20 min des Spektakels mitkriegten. Das Feuerwerk war aber dennoch sehr beeindruckend.

 

Der Rückweg wurde recht beschwerlich, dass es unmöglich war aufgrund der Menschenmassen ein Taxi zu bekommen und die Busse waren auch komplett überfüllt. Laut Hangzhou Daily waren über eine Million Zuschauer bei dem Feuerwerk! Schließlich sind wir dann den ganzen Weg zurück gelaufen, was knapp 2 h gedauert hat. Das nervigste Teilstück führte durch einen stickigen, heißen Autotunnel, auf dessen Seitenstreifen man zudem fast alle paar Sekunden von von hinten kommenden Motorrollern überfahren wurde. Am Sonntag haben wir dann ein Hotel in Uni-Nähe gesucht und uns etwas mit der Umgebung vertraut gemacht. Abends ist Lei dann mit dem Bus zurück nach Xiasha gefahren, da am nächsten Morgen ihr Flieger nach  ShenYang ging. Und ich hatte für Montagmorgen einen Termin mit Professor Chen…

 

8. Dezember 2012
von Daniel
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Hallo Welt

Nachdem ich nun bereits bald zwei Monate in China bin, habe ich endlich ein Blog aufgesetzt um alle, die es interessiert auf dem Laufenden zu halten. An dieser Stelle wird es also in unregelmäßigen Abständen die neusten Meldungen über meinen Aufenthalt in China geben.

Daneben werde ich auch versuchen mein während der Promotion erworbenes Know-how weiterzugeben. Die meisten Tipps und Tricks im Labor und am Rechner finden sich ja nur selten in Büchern, sondern verstreut im Internet oder werden mündlich weitergegeben.

Viel Spaß beim Lesen und Kommentieren